Schon ein Jahr in der Gefangenschaft-Solikundgebung

Genau heute vor einem Jahr wurden Giyas und Bayram wegen ihrer politischen Überzeugungen und ihres diesbezüglichen Protests festgenommen. Beide Anarchisten müssen jeweils 10 Jahre im Knast bleiben, weil sie mit 6 Wörter die Statue des ehemaligen Präsidenten Aserbidschans mit Graffiti verschönert haben.

Mit ihrer Aktion haben sie gegen Persönlichkeitskult, gegen diktatorische Herrschaft, gehen Autoritarismus, gegen politische, soziale Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen in Aserbaidschan protestiert. Sie wollten mit ihrer Aktion zeigen, dass niemand und nichts unkritisierbar ist.

Sie haben den Götze der Herrschenden in Aserbaidschan zerstört. Sie wurden wegen eines Steins zu Haft verurteilt, aber die Geschichte zeigt, dass alle diktatorischen Regimen und deren Statuen, die ihre Symbole sind, das gleiche Ende erwartet; Niederreißen, Stürzen und Vernichten.
Heute wollen zeigen, dass sie nicht in Vergessenheit geraten sind. Mit diesem Foto vor der aserbaidschanischen Botschaft denken wir an Giyas und Bayram und wollen wir unsere Solidarität zeigen.
Wir sagen: Aserbaidschan, Bullenstaat; Alles Gute zum Sklaventag!

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Mordfall eines Bloggers aufgrund des Fall Giyas und Bayrams in Baku

Ein Blogger, der für Bayram und Giyas eine Soli-Aktion organisieren wollte, wurde zunächst inhaftiert und dann ermordet. Alles ist innerhalb von einigen Tagen geschehen.

Am 7. Februar 2017 hat ein aserbaidschanischer Blogger, Mehman Galandarov, auf seinem Facebook-Profile gepostet, dass er an dem Tag allein eine Solidaritätsaktion für Giyas und Bayram vor der Statue des damaligen Präsidenten Aserbaidschans, auf die Giyas und Bayram gesprüht hatten, realisieren will. Diese Nachricht wurde von Vielen gelesen. Als er an dem Ort war, wurde er von Polizist*innen festgenommen und mit konstruiertem Vorwurf zu Haft verurteilt, also mit Drogenhandelvorwurf, was ein üblicher Weg in Aserbaidschan ist, um eine unerwünschte Person zu erwischen.

Am 28. April wurde über ihn berichtet, als ob er in Haft ein Selbstmord begangen ist, aber von vielen unglaubwürdig empfangen wurde. Von wem er in Haft ermordet wurde, bleibt erst unklar. Aber größenteil seiner Freund*innen sagen, dass er in Haft von Polizist*innen/ von den bestellten Personen ermordet wurde und heute, am 30. April, heimlich und ganz zügig in einem Friedenhof beerdigt, in dem auch seine Eltern beerdigt wurden. Die Art und Weise, wie er beerdigt wurde, verrät, dass alles blitzschnell und unrichtig gemacht wurde.

Der Beerdigungsort wurde von Journalist*innen nach stundenlanger Suche aufgefunden und dieses Geschehen wurde schnell in die Öffentlichkeit getragen.

Wir wollen in Erinnerung rufen, dass diese Person, Mehman Galandarov, auch in der Soli-Kundgebung für Bayram und Giyas in Tiflis teilgenommen hatte.

Quelle:

https://www.azadliq.info/187057.html

https://www.facebook.com/mehman.qelenderov

 

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Bayram benötigt dringend medizinische Versorgung

Graffiti-Häftling, Bayram leidet seit Tagen unter starkem Fieber und ihm wurde dringend benötigte medizinische Hilfe absichtlich versagt. Er wurde gezwungen, sich einzureihen, was er aufgrund seiner körperlichen Kraftlosigkeit und infektionären Krankheit nicht tun konnte. Demzufolge wurde er stundenlang nackt unter freiem Himmel in einer Zelle eingesperrt.

Er braucht nun eine dringende medizinische Versorgung, sonst wird alles noch schlimmer. Sein Anwalt, Elchin Sadigov, hat heute ihn mit Schwierigkeiten getroffen. Er hat über den misirablen Zustand Bayrams berichtet.

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Soli-Adbusting-Aktion

Berlin: Solidarische Adbusting-Grüße nach Baku

Ein Bericht von Indymedia (Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/201954 )

Mit einer Adbusting-Aktion an der aserbaidschanischen Botschaft solidarisiert sich eine Berliner Street-Art-Gang mit zwei inhaftierten oppositionellen Street Artists aus Baku. Der Hintergrund: Am 11. Mai 2016, dem „Blumentag“ genannten aserbaidschanischen Nationalfeiertag, haben Giyas und Bayram aus Protest gegen das politische Regime ein Denkmal mit dem Slogan „Alles Gute zum Sklaventag!“ verschönert. Sie wurden in einem Schauprozess zu 12 Jahren Haft verurteilt, nachdem die Cops ihnen zwei Kilo Heroin untergeschoben haben.

Berlin-Grunewald, Dienstag Nacht. Dunkle Gestalten schleichen durchs Villenviertel voller Botschaften südlich der Hubertusallee. Doch außer den Steuersünder*innen mit ihren Schwarzgeldkoffern und den von Shoppingtouren heimkehrenden Folterknecht*innen diverser Staaten sind heute auch Leute unterwegs, die hier nicht hingehören. Eine Gruppe Streetart-Aktivistis hat sich heimlich unter die spießbürgerliche Villenviertel-Mischpoke gemischt. Ihr Ziel: Die Werbe-Vitrinen in den Bushaltestellen in der Hubertusallee, in der auch die aserbaidschanische Botschaft liegt.

Soli-Adbustings für aserbaidschanische Streetart-Aktivist*innen

„Wir machen heute eine Soli-Adbusting-Aktion für zwei aserbaidschanische Street-Art-Artists, die in Baku im Knast sitzen“ erklärt Milissa Miranda Müller, eine der Aktivist*innen, die wir heute begleiten. „Sie heißen Giyas und Bayram“. Die beiden haben am aserbaidschanischen Nationalfeiertag ein zentrales Denkmal für den ehemaligen Präsidenten (und Vater des heutigen Präsidenten) mit den Slogans „Alles Gute zum Sklaventag“ verschönert. Offiziell heißt der Feiertag „Blumentag“. Wenn man bei dem aserbaidschanischen Wort für „Blumentag“ zwei Buchstaben vertauscht, wird daraus „Sklaventag“. „So wie bei Schweineöde und Schöneweide“ albert Milissa, während die Gruppe zur Botschaft geht.

12 Jahre Knast für ein Graffiti

Kurz darauf ist sie wieder ernst: „Das fanden die Cops aber nicht lustig. Sie haben die beiden verhaftet, tagelang geprügelt und ihnen zwei Kilo Heroin untergeschoben“ fährt Milissa mit auf einmal ganz ernstem Blick fort. „Dafür sollen die beiden jetzt 12 Jahre sitzen.“ Auf diese Scheiße will die Gruppe die Besucher*innen der Botschaft nun mit einem Adbusting aufmerksam machen. „Als Berliner*in kennt man das ja“ bemerkt Milissa. „Wenn Autobrandstiftungen oder die Rigaer Straße die Innensenator*innen unter Legitimationszwang setzen, dann ist bei unserer Polizei ja regelmäßig auch von Oben abgesegneter Legal-Illegal-Scheißegal-Tag“.

Werbevitrinen mit Nachschlüsseln öffnen

Die Botschaft liegt versunken in der typischen dunklen Straßenlaternenbeleuchtung, Stille und Langeweile eines reichen Vorstadtviertels. Die Stille scheint durch den Schnee, der in Berlin liegt, noch verstärkt zu werden. Nur die Autos der hier im Viertel reichlich präsenten privaten Sicherheitsdienste und Objektschutzstreifen sägen mit ihren Motorgeräuschen regelmäßig Risse in die Kulisse. „Öffentliche Infrastruktur interessiert die nicht. Die gucken nur auf die Hütten, für die sie bezahlt werden“ sagt Milissa zu ihren Mitstreiter*innen. Dementsprechend locker geht die Gruppe zu Werke. Ruhig und routiniert öffnen sie mit selbstgebauten Nachschlüsseln die Werbe-Vitrinen (Anleitung zum Nachschlüssel-Bauen
http://maqui.blogsport.eu/2016/08/03/schluessel-fuer-werbekaesten-selber-machen/).

Komplett-Fälschungen in Werbevitrinen

Dabei gehen sie derart selbstverständlich, sicher und offensichtlich zu Werke, das zwei vorbeikommende Passant*innen die Gruppe einfach als völlig normal ignorieren. Oder sympathisiert sogar in einem reichen Viertel die Bevölkerung mit Leuten, die Werbung verunstalten? Die Gruppe rollt derweil die vorhandenen Poster ein und nimmt sie aus den Halterungen. Nur wenige Minuten später leuchten die neuen Poster in den Werbevitrinen. Sie zeigen nun den Slogan“ Freiheit für Giyas und Bayram!“ vor einem Bild aus Baku. Es zeigt das mit “Alles Gute zum Sklaventag” verschönerte Denkmal des ehemaligen aserbaidschanischen Präsidenten Heydar Aliyev. Darunter verweist der Link changenow.blogsport.eu auf eine Website, wo mehr Infos zur Repression in Aserbaidschan zu finden sind.

„Sieht gut aus!“ sagt Milissa anerkennend zu ihren Mitstreiter*innen. Ein kurzes Nicken, noch ein paar nette Worte und gute Wünsche für den Rückzug, und die Gruppe ist genauso schnell verschwunden, wie sie im Botschaftsviertel aufgetaucht ist. Die einzigen Spuren, die sie hinterlassen haben, sind die Adbustings.
Legal, illegal, scheißegal

Das ist wichtig, denn ihr nächtliches Tun ist verboten. Die Wall AG, die mit den Vitrinen haufenweise Kohle verdient, bringt Adbusting als Sachbeschädigung zur Anzeige. „Zwölf Jahre Haft würden wir dafür wohl nicht kriegen“ sagt Millisa. “Aber wer weiß? Vielleicht klaut die Berliner Polizei demnächst ja auch den Heroin-Trick.“

Mehr Infos zu Giyas und Bayram:
changenow.blogsport.eu/warum-wurden-giy…/

Wie gehen die Werbe-Vitrinen auf?
maqui.blogsport.eu/2016/08/03/schluesse…/“

Quelle: https://linksunten.indymedia.org/de/node/201954

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Die schrifftliche Mitteilung von Bayram über die angewandte Folter

Bayram hat am 17. Mai, nach einer Woche seiner Haft, über die polizeilich angewandte Folter handschriftlich aufgeschrieben und sein Anwalt hat den Bericht veröffentlicht. Das war geschichtlich das erste Mal unter aserbaidschanischen politischen Gefangenen, dass über Folter offen schriftlich berichtet wurde. Die politischen Gefangenen haben immer nach der Veröffentlichung über die Folter Angst davor gehabt, dass der Grad der angewandten Gewalt dadurch erhöht werden könnte.

Das ist die schrifftliche Mitteilung von Bayram über angewandte Folter:

“On 10 may 2016, around 14-15:00 3 person with civilian outfits forced me to get on white “Jeep” model car and took me to 12th Police Department. They brought me to chief officer’s office. There were 7-8 officers in civilian outfit. They immediately began to punch, slap and kick me. They were asking me why I took picture of graffity, who is my associate and so on. However, I weren’t able to answer their questions as I lost my consciousness. They brought me to Baku City Police Center by an unknown car. I’ve been beaten again and told to accept the narcotic related charges. I told them that I’ve never seen narcotics in my life and you can’t arrest me for taking a photo, this caused them to beat me harder and demand to accept the charges. They were cursing and insulting me. They took my pants off and threatened me with using baton “immorally” on me, that’s why I had to accept the charges. And I had to “confess” a testament what they wanted.

Then, they brought me to a general’s office and told me that “if you put flowers in front of state and talk to AzTV, apoligize to statue you will be released”.

I refused this, then they beat me again. They brought me to Narimanov TDC (Temporary Detention Center). On 11 May morning, chief officer ordered me to clean the yard, pick up the cigarette butts. I refused and he started to beat me with punching and slapping. I refused again and he ordered his men to pick up a baton and force it into me and then took photo. I had to agree again. They gave me a broom and a dustpan, took my photo. These beatings began to be daily.

After court hearing in 12 May, they took me to TDC chief’s office. There were 2 people in civilian clothes, they told me to spell some names and accuse them to work with me. They told me to put flowers in front of statue, talk to AzTV and they would release me until it’s not too late. I refused this and they phoned someone and told him “take care of him for a while”. They took me to lower floors. I was handcuffed as they were beating me with punches, kicks and batons.

They even shackled my foots, they tamed my mouth so no one would hear me while they beating.

They saw that handcuffes and shackles made a torture sign on me, so they taped my hands and legs to my back. They put me on ground, one of them was holding my foot while the other one was making bastinado. Then they took me higher and releasing me suddenly, causing me to fall several times. After 4 or 5 times, tapes were torn apart and this time they started to rumple on my hands with their legs. Other one was still foot whipping me. Then they punched my chest and knees with back of a baton. I was losing my consciense and they put me down. They were tired too. They put a white paper on me and told me that if they see this one falling they will beat me again. They did so afterwards.

After a while, they demanded from me to clean the toilet. When I refused this, they started to beat me more harder, this time while filming me with a camera.

I lost my consciousness after that, they woke me up by pouring water on me. They took me to my cell while I was barefooted. Right now I have many bruises on my arms, legs and knees because of torture. Open bruises are on my hands and wrist. I still have head trauma. I have open wounds on my legs too. My urine is mostly with blood, my mouth causes me heavy pain while I eat, my chest, ribs, arms, legs… every part of me hurts.”

It is not the first time that the authorities are demanding from the activists in Azerbaijan to apologize for their acts in front of Heydar Aliyev’s monuments and lay flowers to it. As James Scott has mentioned “Remorse, apologies, asking forgiveness, and generally, making symbolic amends are a more vital element in almost any process of domination than punishment itself… What all these actors offer (through the apology) is a SHOW of discursive affirmation from below, which is all the more valuable since it contributes to the impression that the symbolic order is willingly accepted by its least advantaged members.” The Aliyevs have been impoverishing the nation and exploiting the people as well as the country’s resources for their own benefit for more than two decades. Meanwhile they have been intolerant of any political dissent, severely oppressing the dissenters through their massive security apparatus.

We call on our comrades in Europe and elsewhere to stand for solidarity with Bayram and Qiyas and protest against their illegal imprisonment and torture in front of Azerbaijani embassies and consulates in your countries, demanding for their immediate release. Please also disseminate this call among as many people as possible.

May 17,2016″

Call for solidarity with Bayram Mammadov and Qiyas Ibrahimov

 

 

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Solidaritätsaktion in der Studierendenkonferenz…Solidarität von Studierenden für Studierenden

Am 16. Dezember wurde im deutschen Bundestag eine Studierendenkonferenz zum Thema „Antirassismus und Antifaschismus an der Hochschule“ stattgefunden.

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Einige Studierenden haben sich zusammengefunden, um zwei Studenten in Aserbaidschan an diesem Tag zu unterstützen. Sie haben das Banner im Bundestag hochgehalten und Fotos gemacht, um sich solidarisch zu äußern. Durch die Aktion haben einige Teilnehmenden das Interesse gezeigt, um zu wissen, worum es ging. Es war für vielen fürchterlich, die eigentlichen Gründen der Haft zuzuhören.

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Genau eine Woche vor der Studierendenkonferenz wurde an die Abgeordneten, die eben in dieser Konferenz anwesend waren, eine E-Mail mit der Bitte abgesendet, dass sie die Petition unterschreiben, damit die Wahrscheinlichkeit des politischen Drucks auf aserbaidschanische Regierung für die Freilassung der Studenten erhöht. MdBs haben nicht auf die E-Mails geantwortet. Eine Abgeordnete wurde während der Konferenz angesprochen und sie hat gesagt, dass sie die E-Mail nicht gesehen hat. Aber bald wird das erledigt.

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Ein Message von Khagani Hass

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Er heißt Khagani Hass und hat am Tag, an dem Giyas und Bayram festgenommen wurden, einen Text über sie geschrieben. Er hat dabei seine Sympathie gegenüber den Studenten geäußert, wie mutig sie waren und welchen großen Schritt sie begangen sind.

Wir übersetzen den vollen Text ins Deutsche.

„Herzlichen Glückwunsch zum Sklaventag!

Anarchistische Jungen haben die Statue Heydar Aliyevs mit ihren herzlichen Wünschen verschönert. Die „Etatist*innen“ haben ihre Pseudo-Schreierei gemacht: „oh, das Denkmal unseres Führers wurde beleidigt.“, „Die grausamen Terorist*innen wollen unser Land zerstören, bombardieren,“, „Die Anarcho-Linken müssen erledigt werden.“, „Umgoteswillen, die Linken müssen gestoppt werden.“

Wir als Anarchos sagen zu den Leichen liebenden und die Kacke des Staates Erlöffelnden, Scheissfresser*innen-Etatist*innen: nemmt eure heilige Statue und verpisst euch aus dem Land! Ihr seid doch Terorist*innen, ihr, euer Staat! Ihr Denkmal Verehrer! Die terroristischen Schergen des Staates!

In den sklavenisierten Medien wurden geschrieben, als ob die Ideen des Anarchismus seit 2013 im Land propagiert wurden.

Ihr Armen, das Propagieren der anarchistischen Ideologie existiert ja seit 2004. Ich habe das selber propagiert. Ich habe die Schriften verfasst. Und die bösartige externe Kraft bin ich doch nicht. Ich bin interne Kraft, sehr intern, am internsten. Ich war derjenige, der den beiden dieses Gefühl, diese Denkweise, diesen Sinn des würdigen Lebens eingeflößt habe. Ich habe die anarchistischen Ideen gegen den seit 20 Jahren propagierenden Sklavereisinn, gegen Fügsamkeitsinn, gegen Staatlichkeitsinn, gegen Kapitalismussinn, gegen Einschüchterungen, gegen Gewalt, gegen den polizeilichen Terrorismus und gegen die Unterdrückung des Staates aufgeworfen. Ja! den Anarchismus, d.h., die neue Würde des Menschen, das würdige Leben, den Frieden und Unfügsamkeit, Gleichheit und die nur eine Einhaftung der Menschheit- die Freiheit aufgeworfen.

Ich habe schon seit 13-14 Jahren diese Szene mir geträumt. Eure Symbolen werden erniedrigt werden, herabwürdigt werden, wie die Menschen von euch herabwürdigt wurden.

Die „Etatist*innen“ zeigen ihre Finger anhand der Desinformationen unwissend auf irgendjemanden. „Terror, Terror, Terror“ schreien sie. Es sei ein Terror dem Denkmal gegenüber. Es würde das Denkmal heftig herabwürdigt. „Die das Denkmal Beleidigende hätten Che Guevara, Bakunin und Trotzki sympathisiert.“

Ihr Banause-Herde, vor allem kennt ihr gar nicht die Vielfältigkeit der Denkunterschieden zwischen den linken Ideologien. Die Unterschiede zwischen dem Sozialismus der UdSSR, dem Sozialismus with a human face, dem Trotzkismus, dem Stalinismus, dem Leninismus, dem Maoismus, dem westlichen Marxismus, dem Kommunismus, dem Kommunismus ohne Marxismus, dem autonomischen Sozialismus, dem Anarchismus, dem individualistischen Anarchismus, dem kollektivistischen Anarchismus usw. und dass der marxistische Sozialismus zum Anarchismus permanent in widersprüchlichen Verhältnis steht, wisst ihr überhaupt kein Bescheid.

Nur Etatist*innen und Nationalist*innen könnten aus Charakter her das tun, dass die linken Denkweisen in Aserbaidschan nur als Sozialismus der UdSSR verstanden werden mussten. Zweitens, ist es nicht würdiger Bakunin zu sympathisieren als das Denkmal Heydar Aliyevs? Stellt ihr vor, das Denkmal Heydar Aliyevs, sein Stein, sein Zement werden überwacht, die Polizeien schützen das Denkmal Tag und Nacht. Genau das ist die Unwürdigung der Bevölkerung, genau das ist die Ironie der Bevölkerung gegenüber. Genau das ist die Erniedrigung einer Bevölkerung. Hat euer Denkmal auch Angst? Es werden nun viele verhaftet, viele Jugentliche werden inhaftiert, gefoltert, herabwürdigt. Wegen eines Denkmals, wegen eines Steins werden vielen das Leid zugefügt. Ihr nemmt eines nicht wahr, aber früher oder später werdet ihr: wenn ihr tausend Menschen verhaftet, werden sie zehn tausend sein, wenn ihr zwei tausend Menschen inhaftiert, werden sie zwanzig tausend, wenn ihr tausend Menschen tötet, werden hundert tausend geboren. Denn der Mensch kann nicht das widersprüchliche Leben akzeptieren, außer den angeborenen Sklaven wie ihr. Wir sagen:

wer aufgrund der „Denkmalherabwürdigung“ verhaftet wird, gehört sie/er zu uns, wer auf das Denkmal „fuck the system“ sprüht, gehört sie/er zu uns.

Habt keine Angst, junge Leute, der Kampf ist schon lange begonnen.

Khagani Hass, 10.05.2016“

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Das zweite Opfer vom aserbaidschanischen Operetten-Regime wegen sechs Wörtern: 10 Jahre Haft für ein Graffiti

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Heute, am 8.12.2016, wurde der aserbaidschnische Oppositioneller Bayram Mammadov, wie Giyas Ibrahimov, zu 10 Jahren Haft verurteil.

Bayram Mammadov hat seine Schlussrede so gehalten:

„ Valiyev, Sie haben als Richter gesagt, als ob ich nicht wegen meiner politischen Ansichten, sondern wegen der vorgelesenen Vorwürfen geurteilt wurde. Aber Sie wissen schon, wie alle, sehr genau, dass ich genau deswegen hier bin, weil ich auf die Statue des damaligen Präsidenten, Heydar Aliyev, „Herzlichen Glückwunsch zum Sklaventag!“ gesprüht habe.

Ich werde von heute an für Polizei das Wort „Wesen“ verwenden, um sie zu bezeichnen. Aber mit Anführungszeichen.

Es wurde mir ständig angefordert, vor dem Denkmal von Heydar Aliyev mit dem Blumenstrauß zu entschuldigen, mich im aserbaidschanischen Staatsfernsehen ausstrahlen zu lassen.

Es ist mir aber ehrenhaft im Gefängnis zu sein, als man bereut und die Begnadigung bettelt, um frei zu sein.

Ich sehe mich nicht als ein Häftling. Ich bin ein Liebhaber der Freiheit.

Ihr habt einen anormalen Sinn des Heimatlandes und Patriotismus. Ihr Grad des Heimatlandsinns wird mit eurem Verhältnis zum großen Führer Heydar Aliyev und zu seinem würdigen Nachfolger Ilham Aliyev gemessen. Wenn man sie liebt, gilt man als patriot. Aber wenn nicht, dann ist man ein Verräter. Dann ist man plötzlich im Staatsfernsehen so repräsentiert, als ob man die engen Kontakten zu den westlichen Organisationen hat und diese Organisationen sind von den armenischen Lobbiist*innen finanziert.

Besteht der Heimatlandsinn in Heydar Aliyev Stiftung, Heydar Aliyev Flughafen, Heydar Aliyev Sportkomplex, Heydar Aliyev Museum, ohne Ende Heydar Aliyev Prospekt, Heydar Aliyev Zentrum, in allen aserbaidschanischen Städten und Regionen befindenden Heydar Aliyev Parken, dann ja, verrate ich das Land. Ich bin stolz darauf. Ihr könnt mich aufgrund des Landesverratsparagraphen verurteilen. Aber woher können die Idioten wissen, dass der echte Patriotismus das Volk vor dieser Regierung zu schützen ist?!

Nach meiner ersten Ablehnung der Freilassungsgelegenheit habe ich andere Angebote bekommen: „Bayram, du bist jung, du kannst einen guten Job kriegen, gut verdienen…“.“

An diesem Moment wurde die Rede Bayrams vom Richter Valiyev unterbrochen und gefordert, nur über die Delikate zu reden. Dies führte zu Unzufriedenheit der im Gericht Anwesenden und des Anwalts Elchin Sadigov.

Dann erzählte Bayram weiter: „ Die moralhafte Menschen nutzen ihre Bildung nicht dafür aus, anderen zu berauben, zu bestechen, zu unterdrucken.

Ich weiß nicht, ob jetzt im Saal die Korrupt*innen sitzen oder nicht. Wenn ihr mich hört, will ich euch speziell ein Gedicht von Rasul Rza widmen:

Du nennst dich ein Mann,

Du bist Korrupter und deine Frau lebt davon.

Die Aufgabe der Polizei in Aserbaidschan besteht nicht darin, dass sie die Bevölerung vor Kriminalität schützen, sondern sie wurden benutzt, um die Herrschaft der aktuellen Regierung über Volk gewährleisten zu können.

Die mich Festhaltenden haben immer so gefragt: „Bist du derjenige, der das Denkmal unseres Großvaters geschmiert hat?“ Eins verstehe ich nicht. Wie haben ihre Großmütter gelebt, dass sie selber nicht identifizieren können, wer ihre Großväter sind.

Die Haft macht uns nicht ängstlich. Hauptsache ist, dass wir den Götze zerstört haben. Nach dem Sturz des jetzigen Regimes werden viele Menschen diese Denkmäler viel schlimmer bestraffen. Es ist noch erfreulich, dass alsdann 10. Mai nicht nur ein Geburtstag des Präsidenten gefeiert wird, sondern auch ein auf seine Statue „Herzlichen Glückwunsch zum Sklaventag“ gesprühter Tag.“

Ohne ihn zu Ende zuzuhören sind die Richter zur Beratung gegangen.

Bayram machte weiter:„ Seht ihr, sie konnten meine Wörter nicht mehr ertragen.

Hier appelliere ich auch an Jugendliche: Kämpft für Wahrheit, Gerechtigkeit und Gleichheit!“

Er wurde wegen der Sprühaktion zu 10 Jahren Haft verurteilt.

Bayram sieht sich nicht als Verbrecher und sagt, dass er aufgrund des politischen Slogans auf dem Denkmal mit Verleumdungen festgenommen und gefoltert wurde.

Video:

Im Video ist Bayram nach seiner Verurteilung zu sehen.

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Solidaritätskundgebung in Stuttgart

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In Stuttgart fand eine Solidaritätskundgebung vor dem aserbaidschanischen Konsulat statt. Trotz der Kälte, des Regens haben viele Unterstützer*innen in der Aktion teilgenommen. Durch Megafon wurde kurz über die Situation für Anwesenden informiert.

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Darüber hinaus wurden die scholidarische Grußpostkarten für Bayram und Giyas  vor Ort geschrieben, die in Kurze an sie gesendet werden. Die ausgedrückte Version der Petition wurden unter dem Regen unterschrieben. Es wurde auch die Flyer verteilt. Im Bezug auf die politische Lage in Aserbaidschan wurden viele Fragen gestellt.

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Am Ende der Kundgebung riefen die Anwesenden „Aserbaidschan – Bullenstaat – Herzlichen Glückwunsch zum Sklaventag!“

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Solikundgebung in der Türkei

Im Sommer wurde eine Solikundgebung vor der aserbaidschanischen Botschaft in der Türkei organisiert. Damit haben sich die Anarchist*innen aus der Türkei sich solidarisch mit Giyas und Bayram geäußert.

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